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Kultur

Ruhrpolen und Reichstagswahlen: Wie Einwanderung die politische Landschaft des Ruhrgebiets prägte, 1890–1912

  • Wann? Mittwoch | 25.11.2026
  • Beginn?18:00 Uhr
  • Wo? Institut für Stadtgeschichte
    Hohenzollernstraße 12
    45659 | Recklinghausen

Beschreibung

Mit der Nordwanderung des Ruhrbergbaus im späten 19. Jahrhundert setzte eine umfangreiche Zuwanderung aus den preußischen Ostprovinzen ein. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs lebten über 500.000 Einwanderer, die später als „Ruhrpolen“ bekannt wurden, in den Gemeinden des heutigen Ruhrgebiets. Viele von ihnen siedelten im Vest Recklinghausen und stellten dort auf zahlreichen Bergwerken über die Hälfte der Belegschaft. Der Vortrag beleuchtet den Einfluss der polnischen Einwanderung auf die politischen Konfliktlinien des Ruhrgebiets zwischen 1890 und 1912. In dieser Phase stieg die Sozialdemokratie zu einer zentralen politischen Kraft auf, stand jedoch in Konkurrenz um die Stimmen der Arbeiterschaft mit der sogenannten „Polenpartei". Auf Grundlage einer umfangreichen kleinräumigen Sammlung von Belegschaftsdaten und Reichstagswahlergebnissen zeigt dieser Vortrag, wie Einwanderung den Aufstieg beider Parteien begünstigte. Es wird zudem deutlich, dass sich hinter dem Sammelbegriff der „Ruhrpolen" eine Vielfalt kultureller und politischer Identitäten verbarg, die sich in erheblichen Unterschieden im Wahlverhalten unter den eingewanderten Bergarbeitern niederschlug.

In Kooperation mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde.

Eine Vortrag von Nils Blossey

 

Um vorherige Anmeldung unter stadtgeschichte@recklinghausen.de wird gebeten.

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