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Warum ein Klimaanpassungskonzept?
Für die Stadt Recklinghausen ist das Projekt Prosper-Hospital beispielhaft: Zum ersten Mal wurde eine so große Fläche von der Kanalisation abgekoppelt, und die oberflächlichen Elemente der Ableitung und Versickerung machen Wasser sichtbar. Der Sanierungsbedarf des Kanalnetzes sinkt nachhaltig. Foto: KlimaWerk

Warum ein Klimaanpassungskonzept?

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Auch im Kreis Recklinghausen sind die Folgen des Klimawandels spürbar. Heiße Sommer, Starkregen, Hochwasser und Trockenphasen stellen Mensch, Umwelt und Infrastruktur vor wachsende Herausforderungen.

Um diesen Veränderungen aktiv zu begegnen, entwickelt der Kreis ein Klimaanpassungskonzept. Ziel ist es, sich frühzeitig auf die Folgen des Klimawandels einzustellen und die Region widerstandsfähiger zu machen. Mit dem Vestischen Klimapakt wurde bereits 2019 ein wichtiger Grundstein gelegt. Nach dem bestehenden Klimaschutzkonzept, das die Reduktion von Treibhausgasemissionen verfolgt, steht nun die Anpassung an die Klimafolgen im Mittelpunkt. „Mit dem Klimaanpassungskonzept werden Strategien und Maßnahmen entwickelt, die helfen, Risiken zu erkennen und negative Folgen des Klimawandels zu mindern“, so Torben Stasch, Koordination Klima vom Kreis Recklinghausen. So wird das Kreisgebiet insgesamt resilienter und zukunftssicherer aufgestellt.

Klimaanpassungsmanagerin Celine Breuer und Torben Stasch, Koordination Klima. Foto: KlimaWerk

Ein Fokus liegt dabei auf naturbasierten Anpassungsmöglichkeiten. Diese sollen nicht nur die negativen Klimafolgen abfedern, sondern gleichzeitig positive Effekte für Umwelt und Gesellschaft schaffen, etwa durch Beiträge zur ökologischen Vielfalt, Gesundheit, Luftqualität, zum Lärm- und Bodenschutz sowie zur Wasserverfügbarkeit. „Beispiele für solche Maßnahmen sind die Renaturierung von Fließgewässern und Mooren, die Erweiterung kommunaler Grünflächen oder der Umbau von Wäldern mit klimaresilienteren Baumarten“, so Celine Breuer, Klimaanpassungsmanagerin vom Kreis Recklinghausen. Das Klimaanpassungskonzept besteht aus mehreren zentralen Bausteinen, die systematisch ineinandergreifen.

Es beginnt mit einer Bestandsaufnahme und Betroffenheitsanalyse, bei der sowohl vergangene als auch prognostizierte Klimaveränderungen untersucht und identifiziert werden. Auf dieser Grundlage wird eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt, die Leitlinien und Handlungsfelder festlegt, um den Kreis langfristig resilient aufzustellen. Ergänzt wird die Strategie durch einen Maßnahmenkatalog, der konkrete Projekte enthält, von Sofortmaßnahmen bis zu langfristigen strukturellen Anpassungen. Ein zentraler Baustein ist die Akteurs- und Öffentlichkeitsbeteiligung: Kommunen, Verbände, Fachstellen und Bevölkerung werden aktiv in die Konzepterstellung einbezogen, um eine praxisnahe und breit getragene Umsetzung sicherzustellen. Ein Verstetigungs- und Controllingkonzept sorgt dafür, dass die Maßnahmen nicht nur geplant, sondern auch umgesetzt werden.

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

Die Erarbeitung des Klimaanpassungskonzepts für den Kreis Recklinghausen erfolgt unter der Förderrichtlinie „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz und wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

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