Die Comedy-Autorin Sabine Bode verbrachte ihren ersten Lebensabschnitt im Vest, machte das Abitur in Recklinghausen und schrieb ihren allerersten Zeitungsartikel über einen Probe-Einsatz der Feuerwehr Waltrop. Der begann mit den sehr inspirierten Worten: „Wasser marsch!“ – seitdem hat ihre Karriere viele Einsätze gehabt.
Die Mutterwitz-Akrobatin verbrachte ihren ersten Lebensabschnitt im Vest, machte das Abitur in Recklinghausen und zog irgendwann nach Bochum. Sie untersucht Alltäglichkeiten mit einem humoristischen Blick. Irgendwann nach dem Studium und ersten Autorinnen-Jobs wechselte Sabine Ende der 1990er Jahr ins Comedy-Fach und schrieb sie als freie Autorin für Hape Kerkeling, Atze Schröder, Anke Engelke oder Harald Schmidt. Ihre eigenen Bücher entwickeln sich zu augenzwinkernden Bestsellern. Bei ihrem Werk „Lassen Sie mich durch, ich muss zum Yoga“ (Goldmann Verlag) nimmt sie den Themenkomplex um Aroma-Schlafbrillen, Erdbeer-Räucherstäbchen und Yogamatten mit vielen Gags auseinander. „Wieso sind wir denn alle so gestresst?“, fragt sie. Und ergänzt: „Vor allem, weil wir ja morgens mit Heilkräutersud gurgeln, mittags die Sushi-Matte zur Yoga-Unterlage umfunktionieren und abends in einem Bottich mit lauwarmer Tonerde baden.
Und alles nur, weil wir ständig auf der Suche nach der „Best Possible Version“ von uns selbst sind.“ In diesem Buch nimmt sie das Thema Entschleunigung, Entspannung und Achtsamkeit besonders raffiniert aufs Korn – sie referiert dort wie folgt: „Im Moment warte ich auf meinen energetischen Heilstein aus Honduras, der nach sechs Wochen immer noch nicht angekommen ist. Rufe schon den ganzen Tag bei der Hotline von AstroTV an, aber die sagen stundenlang durch: ›Danke, dass Sie uns pro Minute, die sie in dieser Leitung hängen, 2.368,99 Euro überweisen‹.“
Comedy zwischen Klangschalen-Set und Massageball
Komischerweise ist sie mit ihrem aktuellen Werk aber nicht in Buchhandlungen im Humor oder Comedy-Regal gelandet: „Die Leute sehen nur das Wort „Yoga“ auf dem Buchtitel und packen mich dann neben Meditation und Entschleunigung – obwohl ich da ja eigentlich nichts verloren habe.“ Seit mehreren Jahren läuft es so gut mit ihren Büchern, dass sie damit schon mal in den Spiegel-Bestseller-Listen auftaucht.
Freimütig holt sie wieder aus zur nächsten Alltagsbetrachtung: „Wir alle haben etwa einen Massageball, wissen aber nie, wo der gerade hin gerollt ist. Wir wollen inneren Frieden finden, wissen aber nicht mal, wo unser linker Hausschuh ist. Und wir sitzen bei ayurvedischem Seelenkräutertee vor dem Rechner, um per DHL-Sendungs-Verfolgung zu gucken, in welcher Stadt unser Klangschalen-Set gerade feststeckt.“ Als Sabine noch freie Gag-Autorin bei der Harald-Schmidt-Show war, lernte sie das Pointen-Handwerk: „Am Anfang waren meine Witze zu lang und noch nicht knackig genug“, so erklärt sie, „aber mit der Zeit habe ich verstanden“, wie die Gag-Mechanik zu laufen hat. Sie erklärt: „Ich habe nie im Traum gedacht, dass ich selber lustig bin und mich damit auf eine Bühne stellen kann. Es gibt immer so dieses Klischee, dass man als Comedy-Künstler ein gutes Timing haben muss. Klar muss man mal auf der Bühne zwischen zwei Sätzen eine Pause machen. Aber es ist auch klar: davon wird ein Programm nicht lustig.
Und das ist immer noch die Hauptsache.“ Dann zitiert sie nochmal aus ihrem Buch: „Hol dir einen ›Kraft-durch-Holunder-und-Himalaya-Hibiskus-Hokuspokus-Tee‹. Oder befüll deine 37 Klangschalen mit unterschiedlich großen Mengen an Bügelperlen und klopf mit einem Mahagoni-Suppenlöffel so lange dagegen, bis die Melodie von ›Stressed Out‹ erklingt.“ Sie selbst hält nicht viel davon, der alltäglichen Hektik mit fernöstlicher Entschleunigung entgegen zutreten – und behauptet: „Eine Meditations-App zu installieren kann ich absolut nicht empfehlen. Eine Computerstimme, die mir sagt, dass ich jetzt aber mal dreimal tief Luft holen muss oder aus dem Fenster schauen soll, um zu gucken, ob ich vielleicht irgendwo einen Vogel sehe, kann ich einfach nicht für voll nehmen. Dann lieber um drei Uhr nachts alte Punk-Tapes hören und Brot backen.“